Porosität ist ein Werkstoff- und Prozessrisiko
Poren können die lokale Bindung, die wirksame Querschnittsfläche und die Aussagekraft einer Prüfung beeinflussen. Ob eine Pore zulässig ist, hängt von Lage, Größe, Häufigkeit, Bauteilfunktion und vereinbarten Abnahmekriterien ab. Eine allgemeine Aussage wie „porenfrei“ ist ohne Messmethode und Nachweisgrenze technisch nicht belastbar.
Mögliche Ursachen systematisch trennen
- Unzureichende Verschmelzung durch ungeeigneten Energieeintrag oder Bahnüberlappung
- Gas- oder Feuchtigkeitseintrag aus Pulver, Oberfläche oder Schutzgasumgebung
- Instabiler Pulverstrahl, wechselnder Abstand oder ungünstige Bauteilgeometrie
- Oxidation, Verschmutzung oder unzureichende Vorbereitung des Substrats
- Wärmestau und instabile Prozessbedingungen über längere Aufbauten
Nachweis passend zum Risiko wählen
Metallografische Querschliffe zeigen Mikrostruktur und lokale Poren in der untersuchten Ebene. CT kann innere Volumenfehler sichtbar machen, ist aber von Bauteilgröße, Material, Geometrie und Auflösung abhängig. Oberflächenverfahren erfassen nur geeignete oberflächennahe Anzeigen. Mehrere Methoden können sich ergänzen; keine einzelne Prüfung beantwortet jede Qualitätsfrage.
Vorbeugung und Qualifizierung
Werkstoffzustand, Oberflächenvorbereitung, Schutzgas, Pulverzufuhr, Abstand, Bahnplanung und Wärmeeintrag müssen als Prozesskette betrachtet werden. Prozessmonitoring kann Auffälligkeiten markieren, weist Porosität aber nicht automatisch nach. Belastbare Grenzwerte entstehen erst durch den Vergleich mit physischer Prüfung.
Angaben für die Prüfplanung
Benennen Sie kritische Zonen, Material, Bauteildicke, erwartete Fehlerart, zulässige Grenzen und die Frage, die die Prüfung beantworten soll.


