Metallurgische Prüfung bewertet mehr als die Oberfläche

Eine optisch geschlossene Beschichtung beweist weder die Qualität der Anbindung noch eine geeignete Mikrostruktur. Für Laser-Cladding-Schichten sind Grenzfläche, Aufmischung, Wärmeeinflusszone, Poren, Risse und die Verteilung von Phasen oder Legierungselementen gemeinsam zu beurteilen.

Typischer Prüfaufbau

  • Repräsentative Probenlage und dokumentierte Entnahmerichtung
  • Metallografischer Querschliff durch Schicht, Grenzfläche und Grundwerkstoff
  • Lichtmikroskopie sowie bei Bedarf SEM/EDX für lokale Struktur- oder Chemiefragen
  • Härteverlauf nur als ergänzende Information, nicht als alleinige Freigabe
  • Abgleich mit Schichtdicke, Oberfläche, Maßhaltigkeit und weiterer Prüfung

Aufmischung und Wärmeeinflusszone

Aufmischung verändert die lokale Zusammensetzung der aufgetragenen Schicht. Zu viel oder zu wenig Aufmischung kann je nach Werkstoffkombination problematisch sein. Die Wärmeeinflusszone zeigt, wie der Grundwerkstoff auf den thermischen Zyklus reagiert. Beide Größen müssen im jeweiligen Material- und Funktionskontext bewertet werden.

Prüfergebnis und Bauteilfreigabe trennen

Ein guter Schliff belegt nur den untersuchten Bereich. Die Übertragbarkeit auf das Bauteil hängt von Probenplan, Prozessstabilität, Geometrie und ergänzenden Prüfungen ab. Abnahmekriterien und Dokumentationsumfang sollten deshalb vor der Fertigung festgelegt werden.

Angaben für eine metallurgische Bewertung

Hilfreich sind Grund- und Zusatzwerkstoff, Schichtfunktion, Prozess- und Wärmebehandlungszustand, Probenlage, erwartete Fehlerbilder und die zu beantwortende Freigabefrage.