Qualifizierung beginnt mit einer klaren Freigabefrage
Der Einkauf sollte vor der Bestellung festlegen, was am Bauteil nachgewiesen werden muss und welche Unterlagen für die interne Abnahme erforderlich sind. Eine allgemeine Aussage wie „mit Qualitätsprüfung“ reicht nicht aus. Prüfmerkmale, Methoden, Nachweisgrenzen, Verantwortlichkeiten und Umgang mit Abweichungen müssen zum Projektrisiko passen.
Was vor Auftragserteilung geklärt werden sollte
- Geltender Fertigungs- und Leistungsumfang einschließlich Nachbearbeitung
- Grund- und Zusatzwerkstoff sowie Regeln für Materialänderungen
- Kritische Maße, Oberflächen und metallurgische Anforderungen
- Prüfplan, Abnahmekriterien und erforderliche externe Prüfungen
- Dokumentationspaket, Rückverfolgbarkeit und Aufbewahrung
- Vorgehen bei abweichendem Eingangszustand oder Nichtkonformität
Monitoring ist kein alleiniger Freigabenachweis
Prozessdaten können die Rückverfolgbarkeit und technische Bewertung unterstützen. Sie ersetzen weder physische Prüfung noch Metallografie oder vereinbarte Abnahmekriterien. Welche Daten dokumentiert werden, sollte an der tatsächlichen Freigabefrage ausgerichtet sein.
Dokumentation auf den Auftrag zuschneiden
Ein kleines Entwicklungsbauteil benötigt einen anderen Umfang als eine wiederkehrende Reparatur oder ein strukturelles Projekt. Benötigt werden die Unterlagen, die das jeweilige Risiko und die interne Freigabe abdecken, nicht ein beliebig großes Standardpaket.
Angaben für die Lieferantenprüfung
Hilfreich sind Zeichnung, Werkstoff, Bauteilfunktion, kritische Merkmale, geltende interne Vorgaben, gewünschte Prüfmethoden, Dokumentenformat und Ansprechpartner für technische Abweichungen.


