Die Werkstoffwahl beginnt bei der Beanspruchung

Eine Legierungsfamilie ist nur dann sinnvoll, wenn sie zum Grundwerkstoff, zum Schadensmechanismus und zur späteren Bearbeitung passt. Härte, Korrosionsbeständigkeit oder Temperaturfestigkeit dürfen nicht isoliert betrachtet werden; Zähigkeit, Rissneigung, Aufmischung und Prüfbarkeit gehören zur gleichen Entscheidung.

Machbarkeit für Ihr Bauteil klären

  • Fe-basierte Systeme eignen sich für Verschleißschutz und Reparatur oder wenn die Kosten im Vordergrund stehen. Härte, Zähigkeit und Rissrisiko müssen aber anwendungsbezogen geprüft werden.
  • Ni-basierte Systeme werden häufig diskutiert, wenn Korrosion, Oxidation oder hohe Temperaturen relevant sind. Die konkrete Legierung und das Substrat bestimmen die Eignung.
  • Co-basierte Systeme können für bestimmte tribologische Anwendungen oder Hochtemperaturanwendungen infrage kommen. Werkstoffkosten, Bearbeitung und regulatorische Randbedingungen sind mitzudenken.
  • Hartphasenhaltige Beschichtungen können Abrieb widerstehen, erhöhen aber je nach Anteil und Matrix das Risiko spröden Verhaltens oder schwieriger Nachbearbeitung.

Substrat und Aufmischung

Der Grundwerkstoff beeinflusst Wärmeeintrag, Aufmischung, Gefüge und Eigenspannung. Eine Legierung, die in einem Projekt funktioniert, lässt sich deshalb nicht ohne Versuche auf einen anderen Grundwerkstoff oder eine andere Geometrie übertragen.

Qualifizierung statt Katalogauswahl

Eine belastbare Auswahl verbindet Probekörper oder Testwand, Prozessentwicklung, Querschliff, geeignete mechanische oder chemische Prüfung und den späteren Bauteilzustand.

Angaben für Ihre Werkstoffanfrage

Nennen Sie Grundwerkstoff, Schadensmechanismus, Medium, Temperatur, Last- und Kontaktzustand, Zieloberfläche, Bearbeitung, erlaubte Wärmebehandlung und Abnahmeanforderungen.